Magic Mushrooms

Sie werden Psilos, Shroorms, Narrische Schwammerl, Zauber- oder Wunderpilze und Magic Mushrooms genannt. So genannte psychoaktive Pilze, die das Bewusstsein verändern können.

In Algerien entdeckten Archäologen Felszeichnungen, die darauf schließen lassen, dass es psychoaktive Pilze bereits ca. 9000 Jahre vor Christus gab. Auf diesen Zeichnungen waren Götter zu sehen, die mit Pilzen bedeckt waren.

Der spanische Ethnologe und Missionar Bernardino de Sahasún schrieb 1540 das erste wissenschaftlich fundierte Werk über die Flora in Mittelamerika und erwähnt darin auch die in Mexico vorkommenden Pilze und beschreibt deren Wirkung.

Es waren die spanischen Eroberer, die die ersten Pilze mit nach Europa brachten. Der Kubanische Träuschling und der Mexikanische Kahlkopf werden heute noch in Mittelamerika bei schamanistischen Riten verwendet. Der Stamm der Batak auf der Indonesischen Insel Sumatra benutzt Zauberpilze ebenfalls für rituelle Zermonien und nennt die Pilze “Teonanactl”, Fleisch der Götter.

Bis 1953 wurden Magic Mushrooms und ihre rauschgiftähnliche Wirkung im Reich der Mythen und Märchen angesiedelt. Erst der Journalist und Amateurmykologe (Pilzforscher) Richard Gordon Wasson und seine Ehefrau Valentina bewiesen bei ausgedehnten Reisen durch Mittel- und Südamerika in Selbstversuchen die berauschende Wirkung der Pilze und veröffentlichen einige Bücher zu dem Thema.

In Mitteleuropa sind besonders der Spitzkegelige Kahlkopf, der auf natürlich gedüngten Weiden wächst, der Dachpilz, der Fliegenpilz und der Kubanische Träuschling bekannt.

Die Wirkung von Magic Mushrooms kann man nur schlecht pauschalisieren. Sie ist von Pilz zu Pilz verschieden und es hängt von der körperlichen Konstituion des Konsumenten ab. In der Regel ist der Rausch mit dem nach der Einnahme von LSD zu vergleichen, wenn auch von kürzerer Dauer. Je nach Pilzart setzt die Wirkung frühestens nach zehn und spätestens zwei Stunden nach der Einnahme ein. Nach ca. drei Stunden erreicht der rauschartige Zustand seinen Höhepunkt. Die gesamte Dauer des Rausches liegt in etwa bei vier Stunden. In extremen Fällen kann dieser Rausch auch bis zu neun bis zwölf Stunden anhalten. Das Risiko nach der Einnahme von Magic Mushrooms abhängig zu werden, ist relativ gering. Das mag zum einen daran liegen, dass der Rausch seelisch und auch körperlich als sehr anstrengend beschrieben wird. In manchen Fällen kann es zu Angstzuständen, so genannten Horrortrips kommen. Kaum ein Konsument hat nach einer solchen Erfahrung noch die Lust unmittelbar nach einem solchen Trip, einen weiteren zu erleben. Er möchte sich vielmehr erholen, ausruhen und das Erlebte so gut wie möglich verarbeiten. Zu anderen eignen sich Magic Mushrooms nicht als “Aufheller”. Sie haben nicht die Eigenschaften von Antidepressiva und helfen nicht bei Stimmungsschwankungen oder Depressionen. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen werden Magic Mushrooms bis zu zehnmal innerhalb einiger Wochen eingenommen. Spätestens wenn nach einigen euphorischen Trips ein Horrortrip folgt, läßt das Interesse an einem weiteren Rausch nach. Trotzdem darf die Wirkung der Pilze nicht unterschätzt werden. Da sich die Wahrnehmungen während eines Trips deutlich verändert, neigt der Konsument zum Beispiel dazu, Gefahren nicht mehr richtig oder gar nicht mehr wahrzunehmen. Das kann im häuslichen Bereich, aber besonders im Strassenverkehr gefährlich werden. Es wurden aber auch länger anhaltende Wahrnehmungsstörungen, so genannte Flash Backs beobachtet. Manche Konsumenten hatte noch Monate nach dem Genuß von Magic Mushrooms immer wiederkehrende Erinnerungen an den Trip. Es ist nicht auszuschließen, dass der Konsum der Zauberpilze zu einer latenten Psychose führen kann.

In Deutschland fallen die in den Magic Mushrooms enthaltenenen Wirkstoffe, Psilcybin und Psilocin unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Handel und der Besitz der Pilze ist somit strafbar. Aber es gibt Ausnahmen. Der Pilzsammler der mit den Zauberpilzen erwischt wird, aber auch Speisepilze gesammelt hat, kann von einem Irrtum sprechen und bleibt straffrei, weil das Gegenteil nicht bewiesen werden kann. Auch wer eine Pilzsammlung, zum Beispiel für ein nachweisbares Schulprojekt zusammenstellt und zu diesem Zweck auch Magic Mushrooms besitzt, kann strafrechtlich nicht belangt werden.