Anbau von Hanfpflanzen

Samen

Von entscheidender Bedeutung ist die Qualität des Samens. Er sollte mittel- bis dunkelgrau oder dunkelbraun sein. Eventuell befinden sich auf der Oberfläche des Samens auch dunkle Flecken, das ist jedoch meist ohne Bedeutung. Entscheidender ist, dass die Hülle des Samens, die Samenkapsel, unverletzt bzw. unbeschädigt ist. Aufgeplatze Kapseln, oder Samen mit Rissen und/oder sonstigen Beschädigungen sind meist wertlos und sollten von vornherein aussortiert werden. In Deutschland ist der Erwerb, Besitz und Handel mit Cannabissamen strafbar, sofern er “dem Anschein nach” zum illegalen Anbau bestimmt ist! Daher ist Hanfsamen nicht mehr in Headshops erhältlich. Bekannte Sorten sind u.a.:

Potential Name
leichtes bis mittleres Shiva Shanti, African Queen, Skunk
  Super Skunk, Afghani, Hindu Kush, Early Girl
mittleres bis hohes Hawaiian Indica, Skunk Kush, Shiva Skunk, Silver Pearl
höchstes Northern Lights, Silver Haze, Purple Rain, Big Bud, Durban Shot

Keimung

Man kann sagen, dass der Samen während des Aufkeimens aus der Ruhe erwacht. Wasser spielt dabei die entscheidende Rolle, denn wenn der Samen genug Feuchtigkeit aufgenommen hat, beginnt der Keimling mit der Bildung des Wurzelsystems und durchbricht, meist innerhalb von zwei bis drei Tagen, die Samenkapsel. Es kann jedoch auch (meist bei älteren Samen) vorkommen, dass es sieben bis 14 Tage dauert, ehe man das aufreissen der harten Kapsel feststellt. Ist nach drei Wochen noch nichts zu sehen, so kann man fast immer davon ausgehen, dass der Samen nicht mehr keimt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Samen zur Keimung zu bringen; am vorteilhaftesten erscheint mir folgende Methode:

Man nimmt zwei Teller der selben Grösse. Zunächst legt man auf den einen Teller eine dünne Lage Papiertücher (10x10cm) und feuchtet diese gut an. Auf die Mitte werden dann zwei bis drei Samen plaziert und anschliessend eine zweite Lage Papiertücher darüber gelegt. Eventuell muss etwas nachgefeuchtet werden, so dass schliesslich alles Papier gut mit Wasser getränkt ist. Anschliessend deckt man den zweiten Teller umgekehrt auf den ersten, damit der Samen im Dunkeln liegt und feucht bleibt. Als bessere Alternative sind Plastikgefässe mit festem Verschluss anzusehen (z.B. Tupperware anstatt Teller).

Jetzt gilt es täglich die Samen auf Keimung zu überpruefen. Bei ca. 21 Grad sollten die meisten Samen innerhalb kurzer Zeit keimen. Wichtig ist, dass die Papiertücher (und damit die Samen) immer feucht gehalten werden.

Sobald Wurzelaustritt aus der Samenkapsel zu beobachten ist, wartet man am besten ab, bis dieser erste Wurzelteil etwa fünf Millimeter aus der Kapsel ausgetreten ist (nach etwa ein bis zwei weiteren Tagen). Danach wird der Samen vorsichtig umgepflanzt.

Vorsicht (!) in diesem Stadium ist der Samen extrem empfindlich!!

Als Wachstumsmedium verwendet man idealerweise “Jiffies” (in jedem Gartencenter, Gartenmarkt erhältlich) – und zwar pro Samen ein Jiffy. Jiffies sind kleine, runde (etwa drei Zentimeter Durchmesser) torf-presslinge, die direkt aus der Anzucht in grössere Behältnisse umgesetzt werden können.

Das Einsetzen der Samen geschieht am Besten auf folgendem Wege: Man nimmt den Samen mit einer Plastikpinzette aus dem Keimbehälter (Teller) und setzt ihn vorsichtig in die Mitte des mit Wasser vollgesogenen Jiffy und zwar mit der Wurzelaustrittstelle der Samenkapsel nach unten, etwa einen halben Zentimeter tief. Anschliessend ist die Oberseite vorsichtig abzudecken.

Erde & Töpfe

Nach etwa ein bis zwei Wochen in einem kleinen Gewächshaus sind die Jiffies durchwurzelt und sie müssen in grössere Behältnisse gesetzt werden. Nun kommts darauf an, wie gross die Pflanzen werden (sollen). Die besten Resultate erzielt man mit Pflanzenkübeln aus Plastik (wie ein Plastikeimer – bloss ohne Henkel). Er sollte mindestens fünf Liter Volumen haben, besser 10 Liter und bestenfalls 20 Liter. Für Indooranpflanzungen reichen i.d.R. Kübel mit 10 Liter Volumen (die Pflanze erreicht dann eine maximale Höhe von ungefähr zwei Metern).

Über das Wachstumsmedium gibt es viele verschiedene Ansichten und Ideen. Um es praktikabel zu halten, gehe ich nur auf fertig zu kaufende Mischungen ein. Prinzipiell kann jede fertig gepackte Blumenerde verwendet werden. Im Interesse eines guten Ertrages sollte man jedoch auf Billigangebote verzichten und ein paar Pfennige mehr investieren. Diese Investition zahlt sich aus, da die etwas teuerere Erde meist weniger Schädlinge beinhaltet. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Erde natürlich kompostiert ist… Beste Erfahrungen haben diverse Leute mit Friedhofserde (Gärtnereien!) gemacht.

Samlinge

Auch wenn die Pflanzen jetzt in einem grossen Topf oder Kübel sitzen, sind sie noch äusserst zart und empfindlich. Man sollte es tunlichst vermeiden, die kleinen Keimlinge bereits jetzt unter eine 400 Watt Züchterlampe oder in direktes Sonnenlicht zu stellen. Ziemlich schnell würden Verbrennungen und schwere Schädigungen an der Pflanze auftreten.

Geschlecht

Nun gibt es zwei Geschlechter die bei den Cannabispflanzen zu unterscheiden sind: männliche und weibliche Pflanzen.

Zu sagen gibt es hierzu grundsätzlich folgendes: Beide Blütenstaende entwickeln den potentiellen Wirkstoff THC. Aber: bei den männlichen Pflanzen ist erstens der Gehalt an THC weitaus geringer als in weiblichen Pflanzen und zweitens entwickelt die männliche Pflanze nur einen Bruchteil der Blüten die eine weibliche Pflanze entwickelt. Ergo muss darauf geachtet werden, dass man entweder die maennlichen Pflanzen sofort von weiblichen trennt oder, noch besser, sofort vernichtet. Schon die geringste Menge Blütenstaub genügt, um zumindest einen Teil der weiblichen Pflanze zu bestäuben (=befruchten). An diesen befruchteten Stellen werden nur noch spurenhaft (wenn überhaupt) Blüten entwickelt.

Und schliesslich kommt es ja auf die Blueten einer Pflanze an! Am besten ist wirklich die Vernichtung der männlichen Pflanzen, um so garantiert jedes Bestäuben der weiblichen Pflanzen zu vermeiden. Es sei denn, man will Samen gewinnen…! Dann ist es jedoch besser, eine einzelne männliche und einen einzelne weibliche Pflanze zu separieren. Man sollte sich dann allerdings am besten von beiden fernhalten. Nicht um die beiden nicht zu stören:-))), sondern um nicht in Kontakt mit männlichen Pollen zu kommen, die man unwillkürlich (und natuerlich ungewollt:-) auf andere weibliche Pflanzen übertragen würde.

Wie unterscheidet man die männlichen von den weiblichen Pflanzen? Es gibt mehrere Merkmale anhand derer man die beiden Geschlechter auseinanderhalten halten kann: männliche weibliche wachsen meist schnell und wachsen meist etwas langsamer und hoch.

Blütenstände entwickeln sich sich aus jeweils 7 bis 9 ein- schubweise in Zyklen von etwa 2 einzelnen Kapseln von jeweils zwei Wochen. Immer wieder kommen 1 bis 2mm Durchmesser. Viele neue Blüten nach, aus jeder Öffnung der Pflanze, bis schliesslich keine neuen Blüten mehr erscheinen, dann ist Erntezeit:-)

Dünger

Biologisch oder chemisch? Handelsüblicher chemischer Dünger hat den Vorteil, dass er fix und fertig zum Gebrauch ist und die Pflanze sofort die enthaltenen Naehstoffe aufnehmen kann. Peinlich genau muss man jedoch die Dosierungsvorschriften beachten, da sonst das Wurzelsystem und dadurch schliesslich die gesamte Pflanze schwer beschädigt werden kann.

Biologisch ist natürlich und dadurch logischerweise im Gesamten verträglicher. Jedoch sind dabei ein paar Dinge zu beachten: Die Pflanze muss, bei Verwendung von reinbiologischem Dünger, bei jedem Giessen gedüngt werden. Am besten ist hierbei die Verwendung von etwa der Hälfte der vorgeschriebenen Dosierung. Der Grund dafür ist, dass der Dünger nicht direkt aufgenommen wird, sondern zunächst chemisch mit der Luft und der Erde reagieren muss, um die Nährstoffe für die Pflanze freizugeben. Und diese Reaktion dauert i.d.R. drei bis sechs Wochen.

Beleuchtung

Ein weiterer ganz enscheidender Faktor von der Aufzucht bis zur Bluete der Pflanze stellt die verwendete Lichtquelle dar. Es gibt viele verschiedene Ansichten – aber wenig Fakten – die kursieren. Fakt ist folgendes:

Stadium Lichtfarbe Lampenart Lichtmenge Modelle (bsp.)
bis zur Blüte Blau Natriumdampf- Lampe 40.000 lumen/m Osram HQLR
Blüte mehr rotgelb Natriumdampf- Lampe " Phillips SON-T Agro

Man sollte beachten das die oben aufgeführten Lampen Professionelle-Geräte sind, und in einfacherer Version wesentlich günstiger zu haben sind!)

Zu beachten ist auch, dass die Lampen regelmässig ein- und ausgeschaltet werden. Am besten man verwendet dazu eine Zeitschaltuhr, die vergisst normalerweise (ausser bei Stromausfall) keine Ein- und Ausschaltzeiten:-). Ausserdem verlängert es signifikant die Lebensdauer der Lampen! Wiederholtes Starten von hochwertigen Leuchtmitteln sollte man vermeiden. Sollte es dennoch nötig sein eine bereits gestartete Lampe abzuschalten und neu zu starten, so sollte man zwischen Aus- und Einschaltzeitpunkt mindestens eine Stunde warten! Zu Bedenken gilt es weiterhin, dass Lampen Wärme entwickeln. Normalerweise genügt es, zwischen Blattspitzen und Leuchtmittel einen Abstand von etwa 50 Zentimeter zu halten um so eine schaedliche Einwirkung durch die von der Lampe verursachte Hitze zu vermeiden. Die schwächere Leistung der preiswerteren Varianten laesst sich teilweise durch eine längere tägliche Brenndauer ausgleichen.

Temperatur

Die beste Temperatur für Hanf beträgt waehrend der ganzen Lebensdauer etwa 24 Grad. Recht gut gedeit Cannabis jedoch auch in einem Temperaturbereich von 20 bis 27 Grad.

Feuchtigkeit

Insbesondere in der heissen Jahrszeit ist es wichtig, darauf zu achten, dass immer genuegend Feuchtigkeit im Topf/Kübel ist. (Insbesondere bei grossen Pflanzen!). Sollte die Pflanze doch einmal kurzzeitig trockenstehen (Blatt- spitzen hängen schlapp herunter, so ist die Pflanze sofort für mindestens 30 Minuten in ein Tauchbad (Badewanne) zu stellen. Eigentlich kann dann nicht allzuviel passieren und die Blattspitzen stellen sich von selbst wieder auf. Zuviel Wasser ist kein Problem, solange genug Wärme vorhanden ist und die Pflanze genuegend verdunsten kann. Jedoch sollte kein Wasser in Übertöpfen/-schalen stehen bleiben. (Grosse Pflanzen von mehr als zwei Meter Hoehe verdunsten an heissen Sommertagen bis zu fuenf(!) Liter Wasser!!!

BLÜTE
Wann blueht das gute Stück nun? Normalerweise dann, wenn Sie am Tag weniger als 12 Stunden Licht erhaelt. Da bedeutet im Einzelnen, dass es nicht genuegt, die Beleuchtung taeglich pünktlich ein- und auszuschalten, sondern dies auch, ueber die gesamte Dauer der Lebenszeit, mit einer gewissen “Strategie” zu planen. Zum Beispiel waere folgende Strategie gut geeignet:

Stadium Lichtquelle Tägliche Dauer insg. Dauer
Wachstum Züchterlampe 400W 12 Stunden ca. 2 Wochen
Wachstum Züchterlampe 400W 16 Stunden ca. 3 Wochen
Heranführen Züchterlampe 400W 12 Stunden ca. 6 Monate
Heranführen Züchterlampe 400W 10 Stunden ca. 1 Woche
Blüte Züchterlampe 400W 9 Stunden ca. 3 Wochen

Natürlich kann auch eine Pflanze die erst drei Monate alt ist zur Blüte gebracht werden. Allerdings werden dann weitaus weniger Blüten entwickelt!! Sechs bis sieben Monate Wachstum und anschliessend zwischen fuenf und sieben Wochen Blütezeit entspricht in etwa der natuerlichen Lebensdauer der Pflanze und garantiert volles Blüherlebnis:-)) Viel Spass :-)